29. März 2024

SeaClear: Roboter sollen die Ozeane vom Müll befreien

Europäische Forscher haben ein Team von smarten Robotern entwickelt, das die Meeresböden von Müll befreien soll. Das SeaClear-System hat Testserien in klaren und trüben Gewässern erfolgreich bestanden.

Verschmutzung Ozeane
© Jeremy Bishop - unsplash.com

Kernthema des Projekts SeaClear sind die stark wachsenden Müllberge in den Ozeanen, die eine ernsthafte Bedrohung für die Ökosysteme, Flora und Fauna der Meere sowie die Gesundheit der Menschen darstellen. Die geschätzten 26 bis 66 Millionen Tonnen Abfall, die momentan die Ozeane verschmutzen, bestehen hauptsächlich aus Plastik.

Das System 

Das SeaClear-System besteht aus mehreren, miteinander vernetzten Komponenten. Das Basisschiff, die SeaCAT, ist die zentrale Komponente, über die zwei ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge (ROVs) eingesetzt und gesteuert werden: Das Mini-Tortuga dient der Erkundung und das größere Tortuga-ROV der Sammlung von Abfall. Der Müll wird in einem speziellen Behälter gesammelt. Zusätzlich überwacht und kartiert eine Drohne aus der Luft die Meeresoberfläche und hilft, Müll aus der Luft zu erkennen. Alle Komponenten arbeiten zusammen und erstellen eine Karte des Meeresbodens, spüren Müll auf und sammeln und entfernen ihn dann effizient.

Im derzeitigen Entwicklungsstadium kann das SeaClear-System bis zu 7 kg heben; der Greifer fasst ein Volumen von zwei 2-Liter-Mineralwasserflaschen, und die Roboter können Müll in bis zu zehn Meter tiefen Gewässern aufsammeln. Wird das System so weiterentwickelt, dass es kommerziell eingesetzt werden kann, wird es um 70 Prozent  kostengünstiger als der Einsatz von Tauchern sein. Finanziert wurde die Forschung über ein von der TU Delft in den Niederlanden geleitetes und im Dezember 2023 ausgelaufenes Projekt unter Horizon 2020. 

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SeaClear 2.0

Aufbauend auf dem Erfolg von SeaClear hat das Team 9 Millionen Euro an finanziellen Mitteln aus dem Horizon Europe-Fond und der Kofinanzierung für SeaClear 2.0 gewinnen können. Damit soll ein robusteres System für die Sammlung von Müll im Mittelmeer von der Meeresoberfläche und vom Meeresboden entwickelt werden. Außer Robotertechnik umfasst das Folgeprojekt auch Gemeindepolitik und die Einbindung der Bevölkerung durch Aktionen wie gamifizierte Apps und Aufklärungsprogramme zur Abfallreduzierung. Mit den im gesamten Mittelmeerraum geplanten Kampagnen vereint das aus 13 Partnern in 9 Ländern zusammengesetzte Konsortium öffentliches Engagement, KI, Meerestechnologie und Recycling-Expertise in dem Projekt und schafft so einen umfassenden Lösungsansatz, den Schutz der Meere zu fördern.

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Roboter im Anschnitt
© Possessed Photography - unsplash.com