22. Februar 2024

Make Your School: der positive Effekt ist messbar

Die Evaluation des Projekts „Make Your School“ zeigt: Hackdays bringen Jugendlichen digitale Technik näher und machen sie selbstbewusster. Außerdem soll sich bei den Jugendlichen das Interesse für digitale Technik erhöht haben.

Hacking macht Spaß
© Gerhard Kopatz / Wissenschaft im Dialog

Innovative Projekte in Bildung oder Wissenschaft zu unterstützen, ist eine tolle Sache. Allerdings sprudeln auch Fördergelder nicht aus unerschöpflichen Quellen. Umso wichtiger ist es, von Anfang an im Blick zu behalten, wie und ob ein Projekt wirkt. Das von der Klaus Tschira Stiftung ermöglichte Projekt Make Your School von Wissenschaft im Dialog, das sogenannte Hackdays an Schulen anbietet, hat sich über fünf Jahre lang einer umfassenden Evaluation durch das Institut für Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Braunschweig unterzogen.

Was sind Hackdays? Hier entwickeln Schülerinnen und Schüler kreative Ideen, die ihre Schule verbessern können und setzen diese mit technischen und digitalen Tools in die Realität um. Somit wird die Möglichkeit geschaffen, Jugendlichen Wissenschaft und Technik auf innovative Art und Weise näher zu bringen.

Hacking
© Gerhard Kopatz / Wissenschaft im Dialog

Hacking macht Spaß!

Anne Weißschädel ist Projektleiterin von Make Your School und weiß, wie wichtig vor allem in der Aufbauphase die Begleitung aus Braunschweig war. „Deren Blick auf die Prozesse war unglaublich wertvoll, vor allem in der Zeit bis wir genügend Erfahrung gesammelt hatten und das Hackdays-Konzept konsolidiert war.“ Naturgemäß kennt sich ihr Team vor allem im praktischen Projektmanagement aus, da war die kommunikationswissenschaftliche Kompetenz des Braunschweiger Instituts sehr hilfreich. Warum funktioniert etwas nicht so wie gedacht? Welche Stellschrauben braucht es noch? Wie muss ein möglichst erfolgreiches Erwachsenenteam aussehen, um die Jugendlichen zu begeistern? Auf solche und ähnliche Fragen gab es durch die engmaschige Begleitevaluation schnelle Antworten, die dann wieder in die Weiterentwicklung der Hackdays eingewoben werden konnten.

Am Anfang wurden vor allem qualitative Interviews mit Jugendlichen, Lehrkräften, aber auch Mentorinnen und Mentoren geführt. Im Verlauf des Projekts konnten zunehmend Antworten aus den standardisierten Fragebögen in die Analyse einbezogen werden. 2023 wurde sogar ein Großteil der Teilnehmenden vor und nach den Hackdays befragt, so dass deutlich wurde, was sich tatsächlich verändert hatte.

Die genaue Kenntnis der Zielgruppe und die enge Zusammenarbeit mit den Forschenden ermöglichte auch eine rasche Umstellung von analog zu rein digitalen Remote-Hackdays während der Corona-Pandemie. „Durch die Qualitätsmessung konnten wir uns schnell sicher sein, dass es auch online funktioniert“, erinnert sich Anne Weißschädel. „Das hätten wir uns sonst mit der Konsequenz nicht so schnell zu sagen getraut“. Überraschend war dabei, dass etliche Teilnehmende vom digitalen Angebot mindestens genauso profitierten wie von den Hackdays vor Ort in den Schulen. Auch dieses Ergebnis wurde wieder in das Programm eingearbeitet und es finden vermehrt Remote Hackdays statt.

Jetzt, nach fünf Jahren, ist Make Your School so stark gewachsen, dass sich noch einmal andere Fragen stellen. Die Hackdays werden nunmehr über Drehscheiben, sogenannte Hubs, regional mit Partnerorganisationen angeboten. Aus diesem Grund sind nun das Qualitätsmanagement sowie der didaktische Blick wichtiger geworden. Die künftige Evaluation wird deshalb das Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Hannover vornehmen.

Interesse für digitale Technik hat sich erhöht

Was hat sich nun ganz konkret durch Hackdays verändert? Das weiß Pammela Ramos Quintela aus Braunschweig. Erhöht hat sich, so sagt sie, das Interesse für digitale Technik bei den jungen Menschen. Auch die wahrgenommene Selbstwirksamkeit steigerte sich sowie das selbsteingeschätzte Wissen über Programmieren. Die Jugendlichen waren nach den Hackdays eher bereit, sich neuen Herausforderungen zu stellen und ihre Ziele mit einem größeren Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu verfolgen. Gute Bewertungen erhalten auch die Mentorinnen und Mentoren. Sie bilden ein Scharnier zwischen den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schüler und fungieren als wichtige Rollenmodelle für mögliche technische oder gestalterische Berufe.

„Es waren durchweg subjektive Lernerfolge messbar“, so Ramos Quintela. Das Wissen über Programmieren und digitale Technik hat zugenommen. Bei den männlichen Jugendlichen fällt das im Schnitt etwas stärker aus als bei weiblichen oder nichtbinären Jugendlichen, aber Spaß macht es eigentlich allen. Grundsätzlich wurde von allen Beteiligten ein positives Bild des Projekts gezeichnet. Die Lehrkräfte berichteten von mehr Motivation, im Unterricht problemlösungs- und projektorientierter zu arbeiten.

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