22. Januar 2024

Rheinland-Pfälzer heizen am sparsamsten im Ländervergleich

Seit Beginn der Heizperiode gehen die Menschen vergleichsweise sparsam mit ihrer Heizenergie um. Liegt der Verbrauch witterungsbereinigt im Bundesdurchschnitt rund neun Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, wurde in Rheinland-Pfalz nur rund fünf Prozent mehr Heizenergie verbraucht.

© Jilbert Ebrahimi - unsplash.com

Das ist das Ergebnis des ista Heiz-O-Meters, das seit Ende 2023 erstmals Transparenz über den Heizenergieverbrauch noch während der laufenden Heizperiode liefert. Allerdings scheint der in diesem Winter bislang deutlich gestiegene Verbrauch im Bewusstsein der meisten Menschen in Rheinland-Pfalz noch nicht angekommen zu sein. Bei einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von ista Anfang Januar durchgeführt hat, gaben 94 Prozent der Rheinland-Pfälzer an, weniger oder höchstens so viel wie im Vorjahr zu heizen (Bundesdurschnitt 90%). Lediglich 2 Prozent halten ihren Bedarf an Heizenergie für höher als vor einem Jahr (3 Prozent Bundesdurchschnitt).

"Wenn mehr als 90 Prozent der Menschen angeben, weniger oder höchstens so viel wie im Vorjahr zu heizen, der Verbrauch an Heizenergie aber witterungsbereinigt um 5 Prozent höher liegt, dann gibt es offensichtlich noch erheblichen Aufklärungsbedarf. Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher müssen nach wie vor mit höheren Heizkosten als im Vorjahr rechnen. Deshalb bleibt größtmögliche Transparenz im Sinne des Verbraucherschutzes weiter wichtig", sagte ista-CEO Hagen Lessing.

Energiesparen aus Kostengründen

Laut der YouGov-Umfrage, ist für 69 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz das Energiesparen beim Heizen aus finanziellen Gründen wichtig. 37 Prozent gaben an, dass auch der Aspekt des Klimaschutzes für sie hierbei wichtig ist.

Heizkosten werden steigen

32 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz rechnen mit steigenden Heizkosten in diesem Winter. Dass sie damit richtig liegen, bestätigt ista CEO Hagen Lessing: Für die laufende Heizperiode müsse bundesweit mit einem Anstieg der Brennstoffkosten für Erdgas um rund 61 Prozent und für Heizöl um rund 34 Prozent gegenüber den durchschnittlichen Kosten des Vorjahres (unter Berücksichtigung der Dezemberhilfe) gerechnet werden. In der Folge sei mit höheren Kosten für eine durchschnittliche Wohnung in Deutschland von 70 m² bei Erdgas um zu 71 Prozent bzw. Mehrkosten von 460 Euro zu rechnen. „Hier lauert eine echte Kostenfalle für viele Mieterinnen und Mieter. Deshalb ist Aufklärung und regelmäßige Transparenz so wichtig.“, so Hagen Lessing.

Wichtige Voraussetzungen für selbstbestimmtes Heizen fehlen

Das Thema Heizkosten ist auch in diesem Jahr für viele Menschen kaum transparent. Die meisten erhalten während der Heizperiode keine regelmäßigen aktuellen Verbrauchsdaten. Klarheit über die tatsächlichen Kosten gibt es meist erst lange dem Ende der Heizperiode mit der Jahresverbrauchsabrechnung. Das unterstreichen auch die Umfrageergebnisse: Rund 76 Prozent der Befragten gaben an, keine monatliche Verbrauchsinformation zu erhalten. Darauf haben sie durch eine Gesetzesänderung seit 2022 aber einen Anspruch, wenn in Ihrem Gebäude fernauslesbare Heizkostenverteiler installiert sind. Fast genauso viele Befragte (68 Prozent) wissen laut YouGov nichts von diesem Rechtsanspruch. Damit fehlen wichtige Voraussetzungen für digitale Lösungen, um das eigene Heizverhalten mit Blick auf die Kosten bewusst anpassen zu können.

alles-elektrisch

Zukunft der Energie: Aktuelle Nachrichten und Trends

Wir sind die Nachrichtenplattform für alle Themen rund um die Energiewende, innovative Stromlösungen und erneuerbare Energien. Mit aktuellen Inhalten und spannenden Projekten begleiten wir Euch auf dem Weg in eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft.

Mehr Infos

Roboter im Anschnitt
© Possessed Photography - unsplash.com