26. Juni 2024

Eine Million neue Solaranlagen auf deutschen Dächern

Die Energiewende im Eigenheim nimmt Fahrt auf: Im vergangenen Jahr ist der Prosumer-Index von LichtBlick um fast 45 Prozent gestiegen. Er beruht auf Datenanalysen von EUPD Research und untersucht den Stand der Energiewende im Eigenheim und das Prosumer-Potenzial.

PV-Anlage Haus
© Watt A Lot - unsplash.com

PV an der Spitze, Smart Meter abgeschlagen

Der Report untersucht zum dritten Mal sieben Schlüsseltechnologien für die Energiewende und ihren Einsatz im Eigenheim. Bei allen Technologien - außer dem Smart Meter - hat sich der Zubau 2023 beschleunigt. Nach wie vor am weitesten verbreitet sind PV-Anlagen (27 Prozent), die im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um fast 10 Prozent zulegen. Rund eine Million neue Solaranlagen wurden 2023 auf deutschen Ein- und Zweifamilienhäusern installiert. Einen Boom verzeichnet auch das Geschäft mit Speicher- und smarten Energiemanagementsystemen - hier verdoppelte sich die Anzahl auf 1,2 Millionen (Speicher) bzw. 1,3 Millionen (Energiemanagement) eingesetzte Geräte.

Weitere Prosumer-Technologien sind Wallboxen (bei 15 Prozent in Verwendung), Wärmepumpen (12 Prozent) und Elektroautos (7 Prozent). Schlusslicht ist nach wie vor das Smart Meter - es kommt lediglich bei 0,7 Prozent aller Prosumer (75.000 Haushalte) zum Einsatz und bleibt damit weit unter den Erwartungen. Insgesamt steigt der Prosumer-Index gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Punkte auf 16,9 von 100 möglichen Punkten. 100 Punkte wären gleichbedeutend mit einer Vollausstattung aller 11,1 Millionen solarfähigen Eigenheime mit allen sieben Prosumer-Technologien.

Prosumer könnten Großteil ihres Energiebedarfs selbst erzeugen

"Die Ergebnisse zeigen einen Rekordzubau bei vielen Prosumer-Technologien - im Eigenheim wird noch stärker in die Energiewende investiert. Diese Entwicklung ist erfreulich. Besorgniserregend ist allerdings der Smart-Meter-Ausbau, denn er ist und bleibt der zentrale Baustein zur Flexibilisierung von Prosumer-Potenzialen", bilanziert Anja Fricke, Unternehmenssprecherin von LichtBlick. "Die alte Energiewelt vom einfachen "An" und "Aus" zentraler Kraftwerke gibt es nicht mehr, die Steuerung von Verbrauch und Erzeugung auf Prosumer-Ebene ist komplex. Dafür brauchen wir dringend mehr Smart Meter in Deutschland." Das Potenzial ist riesig: Während Prosumer heute nur sieben Prozent ihres aktuellen Energiebedarfs erzeugen, könnte es eigentlich mehr als das Zehnfache (76 Prozent) sein. Damit ließen sich 10 mittlere Kohlekraftwerke ersetzen.

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