25. Januar 2024

Wind und Sonne brauchen ein dezentrales erneuerbares Backup

Anlässlich der Diskussion um die Kraftwerksstrategie der Bundesregierung drängt die Erneuerbaren Branche auf smarte Lösungen. Das Festhalten an der Systematik zentraler Kraftwerksstrukturen sei völlig kontraproduktiv.

Windräder am Horizont
© Karsten Wurth - unsplash.com

Dezentrale Flexibilität ist die energiewirtschaftliche Leitwährung der kommenden Jahre. Darauf müssen das neue Strommarktdesign und die Kraftwerksstrategie ausgerichtet und in einer Flexibilitätsstrategie zusammengebunden werden“, fordert die Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie e.V. (BEE), Dr. Simone Peter.

Der Fokus auf fossile Großkraftwerke, die in nicht absehbarer Zeit auf grünen Wasserstoff umgestellt werden sollen, passe weder zu den Klimazielen noch zur Dezentralität von Sonne und Wind und erst recht nicht zum klammen Bundeshaushalt. „Wir schaffen das Back-up für Sonne und Wind günstiger, schneller und sauberer als die konventionelle Kraftwerksbranche. Und resilienter ist ein heimisches Flexibilitätsportfolio ohnehin“, so Peter.

Allein durch die Flexibilisierung des Biogasanlagenbestands entstehen nach den Szenarien des BEE bis 2030 rund 12 Gigawatt (GW) flexible Leistung, bei Hebung nachhaltiger Substratpotenziale sogar mehr. Bis 2050 seien insgesamt 27 GW flexible Biogas-Leistung möglich, für weniger als die Hälfte der ursprünglich von der Bundesregierung vorgesehenen 60 Milliarden Euro für den Gaskraftwerkspark. „Das ist auch ein Angebot an die Landwirte, für die ein Gesamtpaket geschnürt und zukunftsfähige Perspektiven geschaffen werden sollen. Die letzten Ausschreibungen waren hier alles andere als zufriedenstellend“, so Peter. Investitionen in die Flexibilisierung von Biogasanlagen würden sich noch dazu doppelt lohnen, denn Biogaskraftwerke können dezentral Wärme auskoppeln und systemdienlich in Wärmenetze und Gasspeicher vor Ort einspeisen.

Zudem stünden dezentral Wasserkraft, grüne Kraft-Wärme-Kopplung sowie zukünftig auch Geothermie, Speicher in allen Varianten und Sektorenkopplung von dezentral erzeugtem grünem Wasserstoff bis Power-to-heat als Flexibilitätsdienstleister zur Verfügung. Hierzu hatte der BEE vor 2 Jahren bereits einen Vorschlag vorgestellt. „Für die Wasserstoffwirtschaft wurden erste Grundsteine gelegt, eine flexible, systemdienliche Wasserstoff-Strategie mit deutlichem Fokus auf die Industrie muss folgen; ebenso die Speicherstrategie als Gesamtstrategie, die neben einer weitreichenden Biomasse-, Wasserkraft- und Geothermiestrategie im Kontext des neuen Strommarktdesigns und der Kraftwerksstrategie dringend erforderlich sind“, so Peter abschließend.

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