29. April 2024

Komfortzone Auto: Die Evolution des Innenraums

Filme schauen, Spiele spielen oder arbeiten: Die Nutzer von künftigen automatisierten Fahrzeugen haben klare Vorstellungen, wie sie die Reisezeit bis zum Ziel verbringen wollen. Diese Wünsche bedingen eine völlig neue Gestaltung des Fahrzeuginnenraums mit abgestimmten Fahreigenschaften.

Autonomes Fahren
© Studiokurbos

Das Forschungsprojekt „RUMBA“ hat unter der Leitung von Bosch Anforderungen an den Innenraum und das Fahrverhalten automatisierter Fahrzeuge untersucht. Die Arbeit der Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit rund 11 Millionen Euro gefördert. „Mit diesem neuerlangten Grundlagenwissen wird die Planung neuer Fahrzeuggenerationen geprägt. Für die Nutzer könnte künftig ein völlig neuer Lebens- und Arbeitsraum entstehen“, erklärt Projektleiter Michael Schulz von Bosch. So ließen sich automatisierte Autos und Nutzfahrzeuge beispielsweise zum Büro, Kino oder auch Schlafzimmer umfunktionieren. Fahrzeuge gelten für viele Anbieter von Dienstleistungen als bisher noch unerschlossenes und daher bedeutsames Marktfeld.

Relaxen und Schlafen während der Reise

Einige Wünsche haben die Experten des Projektes „RUMBA“ – das steht für „Realisierung einer positiven User Experience mittels benutzerfreundlicher Ausgestaltung des Innenraums für automatisierte Fahrfunktionen“ – vor Herausforderungen gestellt. Sie haben beispielsweise intensiv untersucht, wie lange ein Mensch braucht, bis er aus dem Schlaf heraus wieder die Kontrolle übernehmen kann und welche Faktoren die Übernahme beeinflussen. Entscheidend ist dabei auch der Abstand zu den Anzeige- und Bedienelementen und die Zeit, bis alles wieder unter manueller Kontrolle ist, wenn der Fahrer zuvor eine entspanntere Sitzposition eingenommen hat. So ergaben Studien in RUMBA, dass für eine Vielzahl der Teilnehmenden 60 Sekunden nach einer Schlafphase durchaus ausreichen, jedoch zeigten sich auch Defizite in der Fahrleistung sowie eine Verschlechterung des subjektiven Befindens nach der Kontrollübernahme. Die Erkenntnis: Das Fahrzeug muss den Nutzer frühzeitig wecken, damit dieser genug Gelegenheit zum Aufwachen, Orientieren und Reagieren hat. Das bedingt auch, dass die Technik den Zustand der Insassen erkennt und beurteilen kann, ob diese wach und übernahmebereit sind oder schlafen.

Autonomes Fahren
© Bosch

Sanft wie ein Chauffeur

Untersucht wurde auch, welche Fahreigenschaften die automatisierten Fahrzeuge umsetzen müssen. „Dies ist wichtig, damit sich Fahrer und Passagiere im Innenraum der Zukunft komfortabel und sicher fühlen“, erklärt Schulz. Abruptes Anfahren oder hektische Bremsmanöver könnten bei den Insassen beispielsweise Übelkeit hervorrufen und die Akzeptanz automatisierter Fahrfunktionen mindern. Darum haben die Experten genau beobachtet, wie sanft und vorausschauend professionelle Chauffeure die Fahrzeuge bewegen. Diese Erkenntnisse wurden auf die automatisierten Fahrzeuge übertragen. Zudem haben sie ergründet, welche zusätzlichen Maßnahmen effektiv sind, um Reiseübelkeit vermeiden zu können.

Raum für Neues

Analysiert wurde im Laufe des Projektes auch, welche Farbgebung, welches Material und Design, welche Beleuchtung und welche Bedienelemente bei der Gestaltung des künftigen Innenraums je nach Situation während der Reise passend sind. Die Forscher haben allerdings klar erkannt, dass Sicherheit und technische Voraussetzungen den Wünschen der Nutzer auch künftig gewisse Grenzen setzen werden. Aus Gründen der Unfallsicherheit und wegen des begrenzten Platzangebots stellen beispielsweise Sitze, die sich während der Fahrt drehen lassen, selbst in großen Fahrzeugen auch in Zukunft eine Herausforderung dar. Für die Experten steht insgesamt aber fest, dass die Fahrzeuge der Zukunft Herstellern, Zulieferern wie auch bislang wenig beteiligten Anbietern bisher nicht erwartete Möglichkeiten eröffnen. Schulz fasst das Ergebnis von „RUMBA“ so zusammen: „Unser Projekt hat die Tür zur Entwicklung einer Vielzahl von Innovationen geöffnet. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nach unserer Überzeugung dazu beitragen, dass die individuelle Mobilität in der Zukunft neu gelebt und ausgestaltet wird.“

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